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Der Aufstiegskampf ist neu lanciert

Matchbericht FC Perlen-Buchrain – FC Kickers 20.05.2017 1:3 (0:2) 

Der Aufstiegskampf ist neu lanciert

Der Kopfball landet knapp neben dem Tor und es sind nicht einmal drei Minuten gespielt. Es ist eine Ansage von Perlen-Buchrain an die Spieler von Kickers. Man möchte damit sagen: „Kampflos geben wir die drei Punkte nicht her.“ 

Es fehlten Zentimeter, um an den Ball zu kommen. Es fehlten Zentimeter, damit der Kopfball im Tor landete und am Ende waren es genau diese Zentimeter, die den Unterschied ausmachten. Zentimeterentscheide, die am Ende möglicherweise auch über den Aufstieg entscheiden. 

Zugegeben, der Start von Kickers war verhalten. Viele Zuspiele landeten in den ersten Minuten entweder in den Füssen der Perlen-Spieler, oder im Einwurf. Und so zeichnete sich bereits in den ersten Minuten ab, dass auch das Spiel in Perlen-Buchrain kein Selbstläufer werden wird. Die Heimmannschaft wusste, wie sie die Gastmannschaft in den ersten Minuten des Spiels vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe stellen konnten. Ohne dass Kickers dem Spiel auch nur in einem Augenblick seinen Stempel hätte aufdrücken können. Gegen die taktisch gut organisierte Mannschaft fand Kickers kein Rezept. Zuspiele in die Spitze schienen die einzige Lösung zu sein, dieses Bollwerk in den ersten Minuten des Spiels zu überwinden. Dadurch gab es bis zur fünfzehnten Minute kaum Torraumszenen. Weder auf der Seite von Kickers, noch auf jener von Perlen-Buchrain. Auffallend waren vor allem die zahlreichen Offside-Positionen, die sich zu Beginn des Spiels mehrten – auch wenn wohl das eine oder andere keine Abseitsposition gewesen war. 

Es musste bereits die 22. Minute anlaufen, als Marco Kistler einen scharf getretenen Ball auf den Kopf von Kickers-Mittelfeldspieler Marko Brzovic zirkelte und Kickers zur ersten Torchance kam. Ausnahmsweise schlug dem Mittelfeldspieler in dieser Szene für einmal keine Gegenwehr entgegen. Eben dieser wuchtete den Ball aber aus durchaus gefährlicher Abschlussposition am Tor vorbei. Aber die Szene liess aufhorchen. Kickers wollte an diesem Samstag mehr - mehr als nur einen Punkt. Die Szene aus der 32. Minute ähnelte jener aus der 22. Minute von Brzovic. Wieder war es Marco Kistler, der den Ball diagnol über das halbe Feld schlug und den linken Aussenläufer Filipe erreichte, der in dieser Szene aber nicht auf der linken Seite, sondern für einmal im Zentrum an den Ball kam, diesen mit der Brust technisch perfekt verarbeitete, und dadurch zwei Gegenspieler stehen liess. Plötzlich stand Rodrigues alleine vor dem Torhüter, behielt auch in dieser Szene die Nerven, als er den Torhüter mit einer Körpertäuschung auf die falsche Seite lockte und den Ball am Ende im Tor versenkte. Der Treffer verlieh Kickers nicht nur Mut, sondern auch Sicherheit. So begann man in den folgenden Minuten jenes Spiel aufzuziehen, welches man von Kickers gewohnt ist, wenn man einmal in Führung gehen konnte. Die hohen Bälle der ersten Minuten wurden ersetzt durch schnelle, direkte und flache Zuspiele in die Füsse der Mitspieler, was Kickers alsdann Chancen eröffnete. 

Yahia Abaidia war es, der kurz vor der Pause einen solchen Angriff einleitete. Sein gefühlvoll getretener Ball auf den Kickers-Stürmer Leandro Tiago leitete das Tor zum 2:0 ein. Auf der rechten Seite erhielt Tiago den Ball und brachte diesen zur Mitte, wo er einen dankbaren Abnehmer in der Person von Sandro Villiger fand. Dieser musste das Zuspiel nur noch mit dem Fuss im Tor versenken. In den Minuten nach dem Tor ging jedoch die Konzentration teilweise abhanden, so beispielsweise in der 44. Minute, als der Kickers-Torhüter Eldin Beganovic gut aufpasste, in der Manier eines Libero aus dem Tor sprintete und in den Einwurf klärte. Die Rettungstat war gefährlicher, als man auf den ersten Blick vermutete. 

Die zweite Halbzeit begann ähnlich verhalten wie die erste. Gespielt wurde in den ersten Minuten nach der Halbzeitpause vor allem im Mittelfeld, wobei für beide Mannschaften nichts Zählbares dabei rausschaute. Bei Kickers war es vor allem der Stürmer Leandro Tiago, welcher Probleme mit dem nassen Rasen bekundete. In der 54. Minute wurde er von Marko Brzovic mustergültig angespielt, legte sich den Ball aber zu weit vor, so dass der Torhüter des Heimteams ein leichtes Spiel hatte. Nach dieser Szene hätte es gut und gerne 3:0 für das

Gastteam stehen müssen. Nur eine Minute später kam Kickers wiederum zu einer aussichtsreichen Chance und wieder resultierte am Ende kein Tor daraus. Sandro Villiger wurde angespielt, fiel aber im denkbar ungünstigsten Moment hin und verspielte dadurch eine weitere Chance, die Führung, ähnlich wie Leandro Tiago eine Minute vor ihm, auszubauen. 

Anders als in der ersten Halbzeit, eröffnete die Heimmannschaft dem Gastteam in der zweiten Halbzeit mehr Räume. Kickers konnte sie aber vorerst nicht nutzen. Oft fehlte der berühmte Schritt, um am Ende doch noch an den Ball zu gelangen. Beispielsweise in der 61. Minute, als Sandro Villiger lanciert wurde. Knappe 60 Sekunden später war es erneut Villiger, der von einem Fehlpass in der Perlen-Defensive beinahe Kapital schlagen konnte. Villiger profitierte von einem zu kurz getretenen Rückpass, lief auf den Torhüter zu, der den Winkel jedoch gekonnt verkürzen und den Ball dadurch wegschlagen konnte. Bei dieser Aktion verletzte sich Villiger am Oberschenkel und konnte nicht mehr weiterspielen. Nach dem Spiel gab es jedoch Entwarnung für den Goalgetter im FC Kickers. Er habe sich nur eine „Tomate“ am Oberschenkel zugezogen. 

Bizarr war die Szene, die schliesslich zum 2:1-Anschlusstreffer für Perlen-Buchrain führte. Luca Glatt spielte den Ball zurück zu Torhüter Eldin Beganovic, der Ball streife den Fuss eines Perlen-Spielers und Beganovic nahm den Ball korrekterweise in seine Hände. Der Schiedsrichter pfiff – Freistoss für Perlen-Buchrain rund 10 Meter vor dem Kickers-Tor. Klar, dass das Heimteam sich diese Chance nicht nahm und auf 1:2 verkürzte. Die Szene gab nicht nur Anlass zur Diskussion, sondern führte auch dazu, dass die Partie von diesem Zeitpunkt an emotionsgeladener wurde. Wer jedoch denkt, dass die Kickers-Spieler sich von diesem Fehlentscheid aus der Ruhe bringen liessen, wurde in den Minuten danach eines besseren belehrt. In der 74. Minute unterlief einem Perlen-Innenverteidiger ein Fehler, der am Ende wohl spielentscheidend gewertet werden kann. Ein langer Ball von Marco Kistler landete im Strafraum von Perlen. Leandro Tiago stand da, kam im ersten Moment aber nicht wunschgemäss an den Ball, weil sich der Verteidiger zwischen ihn und den Ball stellte. Jedoch nutzte Tiago die eigene Körpergrösse, den Ball zu ergattern und diesen in der Manier eines Stürmers dem Verteidiger abzuluchsen und am Torhüter vorbei ins Tor zu spitzeln – riesen Jubel bei Kickers. Und die Vorentscheidung. 

In den Minuten danach war es für Kickers ein leichtes, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und so lag man sich nach dem Schlusspfiff in den Armen, mit dem Hintergedanken, einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg realisiert zu haben. Noch grösser war die Freude, als nach dem Spiel das Spielresultat von Zofingen gegen Ascona die Runde machte. Ascona gewann gegen den direkten Konkurrenten mit 1:0 und lässt Kickers weiter vom Aufstieg in die 1. Liga hoffen. Und wer weiss, manchmal werden Träume wahr. 

Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Villiger Sandro, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues Almeida Filipe 

Ersatz: Opoku Daniel, Hermann Nils, Peric Mateo, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kameraj Arbenit, Rodrigues Borges Micael

Tore : 32. Minute Filipe Rodrigues Almeida (FC Kickers), 38. Minute Sandro Villiger (FC Kickers), 66. Minute Michael Budmiger (FC Perlen-Buchrain), 74. Leandro Tiago Nunes (FC Kickers). 

Bericht: Marjana Ensmenger

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