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Zu nervös gegen den Tabellendritten

Matchbericht FC Kickers Luzern – FC Münsigen (0:4) 0:4

Zu nervös gegen den Tabellendritten

Seit Anfang Jahr trainiert man auf dem Kunstrasen in der Allmend in Luzern. Man kennt die Dimensionen des Platzes und hatte keinen Grund, nervös zu sein – ein gutes Omen also für das erste Meisterschaftsspiel gegen die Berner „Giele“ aus Münsingen. Trotzdem: Am Ende kam alles anders.

Steht man am Ende der Tabellen, gesellt sich zum drohenden Abstieg auch noch Pech hinzu. Denn im Fussballkeller kann das Leben ganz schön brutal sein – das musste auch Kickers im ersten Spiel der Rückrunde gegen den Gegner aus Münsingen feststellen.

Bereits in der zweiten Minute musste Strässle ein erstes Mal hinter sich greifen. Allerdings traf den Torhüter, der den rot-gesperrten Stammtorhüter Eldin Beganovic vertritt, keine Schuld. Nach einem missglückten Seitenwechsel landete der Ball im Zentrum vor den Füssen von Alban Murina, der sich ein Herz fasste und einfach Mal drauf los knallte. Quasi aus dem Nichts landete der Ball in der linken unteren Torecke – via Kickers-Schienbein.

Nach dem Tor wurden Erinnerungen an die Vorrunde wach, als man im zweiten Spiel der Saison auswärts gegen Münsingen 0:5 verlor und sich das Resultat auch in den folgenden Spielen wiederholte. Zwar versuchte Kickers dem Gegner entgegenzuhalten, allerdings blieb es nur beim Versuch. Bereits die ersten Minuten liessen vermuten, dass Kickers an diesem Nachmittag gegen Münsingen wohl keinen Punkt holen wird – zu nervös, zu unpräzise, zu legere in den Zweikämpfen zeigte man sich. Münsingen seinerseits zog jenes Spiel auf, das ihnen am meisten behagt: schnell vorgetragene Konterangriffe in die Spitzen oder über die Seiten. Kickers vermochte gegen diese Spielweise keine Lösung zu finden und stoppte den Gegner mittels Fouls oder dem Klären des Balles in den Eckball.

Es überrascht deshalb weniger, dass in der 22. Minute einer dieser Eckbälle für den zweiten Unterschied sorgte. Der Ball landete nach einem unzureichenden Abwehrversuch vor den Füssen von Patric Gasser und wieder fand der Ball auf skurrile Weise den Weg via Pfosteninnenseite ins Tor. Wer zu diesem Zeitpunkt eine Reaktion von Kickers erhofft hatte, wurde enttäuscht. Das Spiel ging in der gleichen Manier weitere, wie nach dem 0:1. Fehleranfällig war vor allem das vorgetragene Offensivspiel von Kickers.

Konter wurden entweder nicht sauber zu Ende gespielt, oder man agierte zu verspielt, so dass der Ball nach drei Ballstafetten wieder beim Gegner landete und man dadurch die eigenen Mitspieler unter Druck brachte. Unnötige Ballverluste mehrten sich, so dass Torszenen auf Seiten von Kickers in den ersten 25. Minuten selten waren. Stattdessen machte Maximilian Dreier seinem Namen alle Ehre, als er innerhalb von fünf Minuten zwei Mal ins Kickers-Netz traf. Einmal mit einem wuchtigen Kopfball nach einem Eckball, später nach einem flach getreten Freistoss, als er in der Mitte an den Ball kam und diesen im Tor versenkte.

Beim Stand von 0:4 schien Kickers endlich zu realisieren, dass Angst vor dem Gegner keine Energie freisetzt, die für den Abstiegskampf so dringend nötig wäre. Will man nächstes Jahr auch in der ersten Liga spielen, benötigt es für die kommenden Spiele eine deutliche Leistungssteigerung was die Aggressivität und die Spielgestaltung betrifft. Erfreulicherweise blitzten beide Komponenten vor allem in der zweiten Halbzeit auf.

Nach dem Pausentee zeigte sich Kickers nicht nur aggressiver, sondern auch mutiger. Gewonnene Zweikämpfe im Mittelfeld standen am Ursprung der beherzten Leistung der zweiten Halbzeit. Plötzlich begann man, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen: ein technisch sauber vorgetragenes Konterspiel ermöglichten Kickers in der zweiten Halbzeit zwei hundertprozentige Torchancen. Bei beiden Aktionen spielte allerdings viel Pech mit. Das Tor, welches das 1:4 durch den eingewechselten Sandro Villiger bedeutet hätte, wurde nur aufgrund der Torumrandung verhindert; in der zweiten Szene war es vor allem Pech, den Ball nicht mit vollem Umfang hinter die Linie gedrückt zu haben.

Dennoch, Kickers darf nicht abgeschrieben werden. Die Leistung in der zweiten Halbzeit hat gezeigt, dass trotz Abstiegskampf noch Leben in der Mannschaf steckt. Auch wenn Kritiker anmerken würden, dass Münsingen in der zweiten Halbzeit drei Gänge zurückschaltete. Für das nächste Spiel am Samstag gegen Solothurn reicht es allerdings nicht, erst in der zweiten Halbzeit Fussball zu spielen. Ein Fussballspiel dauert bekanntlich 90 Minuten. Will man auch in den restlichen elf Spielen genügend Punkte sammeln, um den Klassenerhalt zu besiegeln, darf Angst nicht dominieren. Mit Angst gewinnt man keine Abstiegsspiele – mit Aggressivität, Mut und Willen schon eher.

Tore: 2. Minute Alban Murina (FC Münsingen), 22. Minute Patric Gasser (FC Münsingen), 30. Minute Maximilian Dreier (FC Münsingen), 35. Minute Maximilian Dreier (FC Münsingen)

Aufstellung Kickers: Strässle Nikolau, Kisungu Kevin, Kurmann Dario, Fischer Till, Lachlan Beever, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Maumar Mauricio Manuel, Barrios Aneas Eloy, Fischer Philippe, Raijc Kristian

Aufstellung Münsingen: Karrer Patrick, Rothen Nick, Mumenthaler Daniel, Schenkel Lukas, Thalmann Rico, Hubacher Markus, Murina Alban, Erzinger Michael, Christen Sandro, Dreier Maximilian

Ersatz: Opoku Daniel, Kistler Marco, Villiger Sandro, Jelmini Manuel, Presas Abreu Ricardo, Dere Velat, Nick Dilkes

Bericht: Marjana Ensmenger

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