erster Vollerfolg

Matchbericht FC Kickers – Zug 94 (0:0) 1:0

Hickhack gegen Zug 04 mit einem glücklichen Todesstoss in der letzten Minute

Die letzten Tage, sie waren nass und regnerisch. Entsprechend tief ist der Rasen auf Tribschen. Die Beine werden mit jeder Minute schwerer. Es ist klar: Wer in diesem Spiel das erste Tor erzielt, gewinnt.

Nach vier Niederlagen in den ersten vier Spielen in der neuen Spielklasse stand Kickers an diesem Samstag gegen Zug 94 unter Zugzwang. Gegen den Zweitletzten war die Devise von Beginn weg klar: Es müssen Punkte her. Bereits nach wenigen Minuten kam Filipe Almeida ein erstes Mal gefährlich über die linke Seite. Die folgende Flanke in Richtung Strafraum misslang jedoch und landete hinter der Torauslinie.

Über das gesamte Spiel betrachtet waren solche Vorstösse auf beiden Seiten des Öfteren zu sehen, aber mit einem ähnlichen Ausgang. Entweder der Ball landete hinter der Torauslinie oder ein gefährlicher Vorstoss wurde zu inkonsequent in die dritte Zone gespielt und landete frühzeitig in den Füssen des Gegners. Für beide Teams war klar, dass an diesem Samstag ein Sechs-Punkte-Spiel über den weiteren Ausgang der Meisterschaft entscheiden würde. Verliert man, ist man gezwungen, sich noch intensiver mit dem Kampf gegen den Abstieg auseinanderzusetzen, gewinnt man, verschafft das ein wenig Luft – zumindest für kurze Zeit.

Die ersten Minuten des Spiels gehörten den Spielern des Heimteams. Philippe Fischer wurde kurz nach Anpfiff von Marco Kistler per Flankenball ideal angespielt, dieser vermochte den Ball aber nicht auf das Tor zu bringen. In der 17. Minute tankte sich Filipe Almeida auf der linken Seite durch und flankte quer durch den ganzen Strafraum auf Leandro Coelho. Der Kopfball landete aber über dem Tor. Es waren zwei gute Chancen, die bei etwas mehr Glück und Toreffizienz für den nötigen Rückhalt hätten sorgen können. Spätestens nach der Chance von Manuel Jelmini in der 20. Minute hätte Kickers gar mit 3:0 führen können. Ein langer Ball wurde in dieser Szene von einem Zuger-Innenverteidiger unterlaufen. Jelmini unterschätzte die Länge des Balles zwar ebenfalls, kam aber Sekunden später gefährlich nahe an den Ball heran. Hätte der Zuger-Torhüter nicht sofort reagiert und das Tor verlassen, wäre hier spätestens das Tor zum 1:0 gefallen. Und so musste man sich als Zuschauer weiter auf das erste Tor in der 1. Liga gedulden.

Über 90 Minuten betrachtet, fand das Spiel vorwiegend im Mittelfeld statt. Und hier war auch das Epizentrum von zahlreichen Ballverlusten. Beide Teams glänzten hie und da wieder von Zuspielen, die im Niemandsland ihr jähes Ende fanden. Diese Zuspiele waren am Ende auch der Ausgangspunkt für gefährliche Torabschlusszenen, die man dem Gegner dadurch eröffnete. Auch die Szene in der 26. Minute liess das Kickers-Herz höher schlagen. Ein Fehler im Aufbauspiel aus der Kickers-Innenverteidigung heraus landete im Mittelfeld bei einem Zuger-Spieler. Dieser spielte den Ball in die Füsse des Stürmers, der gefährlich vor das Kickers-Tor kam, aber ebenfalls scheiterte.

Die grösste Druckphase gehörte der Heimmannschaft in den letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit. In dieser Periode glänzte die Offensive von Kickers mit zwei guten Abschlusschancen: In der 30. Minute erhielt Jelmini den Ball auf der rechten Seite. Hätte er in dieser Szene den Ball für Coelho zurückgelegt, wäre das Spiel vermutlich etwas ruhiger vonstattengegangen. Aber stattdessen versuchte es Jelmini auf eigene Faust und scheiterte am Zuger-Torhüter. Dieser liess den Ball direkt vor die Füsse von Almeida Abpraller, der aber derart überrascht war, dass er beim versuchten Abschluss das Tor ebenfalls verfehlte. Und so musste Kickers weiter zittern.

Was bis anhin noch fehlte, war nun immer deutlicher spürbar: Emotionen.

In der 37. Minute vollbrachte Kokanovic eine Glanztat, in dem er einen Freistoss mit dem Fuss noch entscheidend in einen Eckball ablenkte. Kurz vor der Pause hätte Kickers definitiv die Opportunität gehabt, den Sack ein wenig enger zu schnüren. Almeida wurde auf der rechten Seite nach einem

schönen Ball in die Spitze durch Jelmini hinter die Abwehr ideal in Szene gesetzt, hätte auf Coelho im Zentrum ablegen müssen, der völlig frei stand, schoss aber ärgerlicherweise selber. Es steht weiter 0:0. Nur wenige Sekunden später erhielt Yahia Abaidia den Ball an der Strafraumgrenze, und brachte den Ball zur Überraschung aller schnell unter Kontrolle. Im Ablauf agierte er aber zu zaghaft, so dass ein Zuger den Ball aus der Gefahrenzone kicken konnte.

Apropos Emotionen: Bis zur Nachspielzeit der zweiten Halbzeit resultierten acht Gelbe Karten. Die Gangart war also hart. So auch kurz vor der Pause, als Leandro Coelho gefoult wurde. Der ausgeführte Freistoss fand zwar den Kopf des Gefoulten, aber wieder landete der Ball neben dem Tor. Also stand es weiter 0:0.

In der zweiten Halbzeit lief bereits die 55. Minute, ehe Coelho einmal mehr hoch angespielt wurde und den Ball mit dem Kopf über das Tor zirkelte. Dann, in der 61. Minute, zeigte Zug, dass auch sie durchaus in der Lage waren, drei Punkte einzufahren. Von rechts geriet der Zuger-Stürmer an den Ball und drisch diesen auf das Gehäuse von Beganovic. Der Ball landete im Tornetz – aber zum Glück für Kickers, nur im Aussennetz. Daraufhin gerieten sich Kickers-Torhüter Beganovic und Zugs Stürmer in die Haare. Aber wieso eigentlich? Beganovic erhielt die Gelbe Karte.

In der 76. Minute musste Kickers erneut das Glück in Anspruch nehmen. Ein Eckball fand den Weg quer durch den Strafraum zu einem Zuger-Spieler. Der Flugkopfball verfehlt das Tor nur um Haaresbreite.

Dann kamen sie: die letzten zehn Minuten. Nach einem taktischen Foul im Mittelfeld führte Zug den Freistoss schnell aus. Kickers lief in einen Konter hinein und wurde in dieser Szene fast schon etwas vorgeführt. Der Abschluss vom Zuger-Stürmer prallte aber an den Pfosten und landete anschliessend im Out. Enormes Glück für Kickers.

Mit der Fortdauer des Spiels schienen sich die Gemüter der Spieler mehr und mehr zu emotionalisieren. So geriet Opoku in der 83. Minute in ein Handgemenge, woraufhin er die Gelbe Karte sah. Und dann zeigte die Uhr die 90. Minute. Sandro Villiger, in der 73. Minute für Manuel Jelmini eingewechselt, erhielt nach einem Doppelpass mit Aneas Barrios Eloy den Ball und lief in Richtung gegnerisches Tor. Dabei umdribbelte er zwei Gegenspieler, weil er nicht konsequent genug angegriffen wurde und schoss mit letzter Kraft flach in die linke untere Torecke. Tor für Kickers! Und am Ende traf es tatsächlich zu. Am Ende hat jenes Team gewonnen, das in der Lage war, ein Tor zu schiessen. Mit ein wenig mehr Fortuna für Kickers.

Aufstellung Kickers: Beganovic Eldin, Kevin Kisungu, Kurmann Dario, Sascha Kokanovic, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Fischer Philippe, Manuel Maumar Mauricio, Almeida Rodrigues, Jelmini Manuel, Leandro Coelho Nunes

Aufstellung Zug 94: Bruhnsen Nils, Riedweg Manuel, Latifi Mentor, Ntsika, Peter Nicola, Burkard Ruben, Saliji Valbon, Mehidic Mirzet, Martino Pasquale, Festic Kemil, Pozder Denis

Ersatz: Opoku Daniel, Aneas Barrios Eloy, Callaku Etnik, Brzovic Marko, Grüter Martin

Tor: 91. Sandro Villiger (FC Kickers)

Bericht: Marjana Ensmenger

Vier Spiele Null Punkte

Die 1. Mannschaft ist in der 1. Liga noch nicht richtig angekommen.
Vier Spiele, Null Tore, Null Punkte und 15 Gegentore - so lautet die Bilanz nach vier gespielten Partien in der 1. Liga.

Die Aufstiegseuphorie konnte, eine Liga höher, leider nicht mitgenommen werden.
Obwohl man im ersten Spiel eine ordentliche Leistung zeigte, erwischten die Fanionspieler im nächsten Spiel einen schwarzen Tag.
Bei den weiteren Spielen war man gegen eine gute Teamleistung von Solothurn und Bassecourt ein wenig überforderet.

Nun hofft die 1. Mannschaft auf das erste Tor und die ersten Punkte.
Dies möglich machen können die Jungs am Samstag zu Hause auf Tribschen, wenn der Nachbar aus Zug antritt.

Matchvorschau:

FC Kickers Luzern - Zug 94

Datum: Samstag 02. September
Spielort: Tribschen, Luzern
Spielzeit: 17:15

Wir wünschen dem Team alles gute für die nächsten Spiele und der ganze Verein ist zuversichtlich dass bald die ersten Punkte auf dem Konto landen werden!

Forza Kickers!

Special Olympics Schnuppertraining

Für Kinder und Jugendliche mit geistiger Beeinträchtigung organisiert der FC Kickers Luzern in Kooperation mit Special Olympics Switzerland ein Schnuppertraining.

Ziel ist es, ein regelmässiges Training für Kinder und Jugendlicher mit geistiger Beeinträchtigung aufzubauen.

Flyer Schnuppertraining

110 Jahre FC Kickers Luzern

Jubiläumsanlass «110 JAHRE FC KICKERS LUZERN» mit dem Derby FC Luzern - SC Kriens - DANKE!
 
Am 28. Juni wurde auf Tribschen das 1. Testspiel der Saison 2017/18 des FC Luzern im Rahmen des Jubiläumsanlasses «110 Jahre FC KICKERS LUZERN» erfolgreich durchgeführt. Der Gegner hiess SC Kriens und das interessante Spiel endete unentschieden 3:3 (1:2). Trotz strömenden Regens vor und während des Spiels war die Stimmung bei den ca. 700 Zuschauerinnen und Zuschauer sehr gut. Es war ein beeindruckendes Bild, die fast volle Tribüne zu sehen. Wir würden uns an den Spielen des FC Kickers ähnliche Verhältnisse wünschen. Der Anlass war insbesondere für unsere Junioren ein besonderes Erlebnis, nicht zuletzt weil sie "ihrem" Filip Ugrinic und den anderen FCL-Spielern im Clubrestaurant «Bunker» beim Spaghetti-Essen sowie bei der Autogrammstunde sehr nahe sein durften.
 
Der FC KICKERS LUZERN möchte an dieser Stelle allen Matchpatronatsfirmen und Matchballspendern herzlich für die Unterstützung danken. Ein grosses Dankeschön geht an Juliane und Raphael Bachmann für die riesige Überraschungstorte mit den feinen Cupcakes - ein Highlight des Anlasses. Besonders gefreut hat uns auch die Präsenz des Präsidenten des Innerschweizer Fussballverbandes, Urs Dickerhof, der zusammen mit dem Sportchef des SC Kriens, Bruno Galliker und unserem Präsidenten, vor dem Anpfiff des Spiels die Geburtstagstorte symbolisch anschnitten. Ein Dank gilt auch all jenen Vorstandsmitgliedern, die in den vergangenen Wochen einen Zusatzaufwand nicht gescheut haben, den Chef des OK, Roger Wicki, unterstützt und zum Gelingen des Anlasses beigetragen haben. Mit Dominik Stalder vom Spar Geissenstein stand uns zudem ein Logistikprofi zur Seite und am Anlass waren 40 Helfer während mehrerer Stunden im Einsatz! Allen Beteiligten ein grosses Dankeschön. Wir freuen uns auf den nächsten Anlass auf Tribschen - in unserem einmalig schönen Stadion.
 
 

Matchblatt

Artikel NLZ 28.6.17

Patronate und Sponsoren

 

110  Jahre FC Kickers Luzern
110 Jahre FC Kickers Luzern
FC Luzern - SC Kriens
Zuschauer

Aufstiegsfeier

Es wurde gefeiert auf Tribschen!

Ein souveräner Heimsieg 3:0 gegen Ibach im letzten Meisterschaftsspiel zu Hause.

Hier gibt es noch Video mit den Toren und der Aufstiegsfeier:

Aufstiegsfeier

Cupsieg bei den E Junioren

Die Ea-Junioren, von Emanuel Willi, gewinnen verdient mit 6:3 gegen die Heimmannschaft aus Rothenburg.
In der ersten Halbzeit machten die Tribschen-Boys mächtig Druck auf das gegnerische Tor und konnten so verdient mit 5:2 in die Pause gehen.

Nach der Pause haben sich die tapfer kämpfenden Rothenburger nochmals aufgerappelt und alles nach vorne geworfen.
Ausser einem Treffer war leider nicht mehr drin und so verflogen die Träume vom Cupsieg zu Hause auf einmal ganz schnell.

 

Herzlichen Glückwunsch den Ea Junioren für diese tolle Cup Saison!
Ein ganz verdienter Sieg einer Mannschaft, die immer gekämpft hat und schönen Fussball gezeigt hat.

 

Forza Kickers!

Aufstiegsparty im Tessin

Matchbericht FC Lugano U 21 – FC Kickers (0:0) 0:1

Aufstiegsparty im Tessin

Der Anpfiff verzögert sich in Lugano. Das Tor steht nicht mehr da, wie es eigentlich hätte dastehen sollen. Grund dafür ist der Kickers-Torhüter Eldin Beganovic: Er hat das Tor kurzzeitig ausser Gefecht gesetzt.

Was gibt es über das Spiel gegen die U 21 von Lugano zu sagen? Was könnte mehr interessieren, als die letzten 15 Minuten, in welchen Kickers zuerst eine Gelb-Rote Karte kassierte, in der letzten Spielminute einen Ball von der Linie kratze, und am Ende doch im Siegestaumel vom Platz schritt. Eloy Barrios hatte Kickers trotz Unterzahl in den letzten Minuten des Spiels mit 1:0 in Führung gebracht. Sein Tor machte den Weg frei für den Aufstieg in die 1. Liga, weil Zofingen gegen Hergiswil am Ende mit 1:2 verlor.

Bereits zu Beginn des Spiels war bemerkbar, dass es für Lugano um Nichts mehr ging in der laufenden Meisterschaft. Kickers aber musste die drei Punkte unbedingt für den Aufstieg holen, wollte man eine Woche später im Spiel gegen Ibach nicht erneut alles in die Waagschale werfen. Die Motivation von Kickers zeigte sich dann auch vor dem Spiel in der Person des Torhüters Eldin Beganovic, der das Torgehäuse testete. Seinen Motivationssprüngen hielt das Tor vorerst nicht stand. Jener Spieler war es später auch, der Kickers während des Spiels und vor allem in den ersten Minuten einige Male vor einem frühen Rückstand bewahrte.

Fehlpässe, nicht vollständig zu Ende geführte Zweikämpfe, ein ungenügendes Abwehrverhalten, das zu Torchancen führte – sie waren vor allem dem Umstand der enormen Hitze im Tessin geschuldet, aber auch der fast schon greifbaren Nervosität der Spieler. Zwar zeigte sich bereits früh im Spiel, dass man gewillt war, die drei Punkte einzufahren, am Ende haperte es aber oft an der Umsetzung. In den ersten Minuten des Spiels waren es gar die Luganesi, die mehrere Male knapp scheiterten.

Zu den vielen Fehlern im Spielaufbau hinzu gesellte sich auch die Unzufriedenheit der Spieler, was sich anhand der Reklamationen und Karten widerspiegelte. In Anbetracht der Tatsache, die nächste Saison in der 1. Liga zu bestreiten, muss sich wohl der eine oder andere Spieler in der nächsten Spielzeit besser unter Kontrolle haben. Entscheide des Schiedsrichters hin oder her.

Es musste bereits die 13. Minute anlaufen, ehe Kickers zu einer ersten nennenswerten Torchance kam. Leandro Nunes und Marco Kistler glänzten dabei mit einer schnell ausgeführten Ballstafette, die von Kistler mit einem Schuss auf das Tor ihr Ende fand. Kistlers Schuss verfehlte das Ziel knapp.

Dass sich Kickers immer wieder selbst in Gefahr brachte, zeigte sich in der 25. Minute, als sich Luca Glatt aus der Verteidigung löste, sich in die Offensive einschaltete, den Ball aber fast schon fahrlässig an einen Lugano-Spieler verlor. Im Gegenzug eröffnete er dadurch eine Konterchance für Lugano, die nur mittels taktischem Foul von Marko Brzovic unterbunden werden konnte. Korrekterweise sah dieser die gelbe Karte. Luca Glatt war es, der in der 30. Minute erneut in Erscheinung trat, als er einen Ball aus der Abschlusszone befreite und sich dabei verletzte. Er musste nach der Pause von Kevin Kisungu ersetzt werden.

Vor der Pause kam Kickers noch zu zwei weiteren Torchancen. Einmal spielte Kickers das Glück regelrecht in die Füsse, als der Ball nach einem Abpraller bei Mateo Peric landete. Dieser leitete den Ball weiter zu Leandro Nunes, der den Ball aber nicht im Tor unterbringen konnte. Sichtlich geschafft und mit Schweiss durchtränkt, trat man dann endlich den Weg in die Kabinen an.

Nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild wie schon zu Beginn der Partie. Nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff musste Eldin Beganovic nach einem ungenauen Rückpass eines Aussenverteidigers in letzter Instanz in den Einwurf klären. Wenige Minuten später, in der 55. Minute hielt man als Zuschauer wieder den Atem an, als Beganovic den Ball nach einem Freistoss mit den Fäusten befreite und dabei mit dem Kopf in den Pfosten knallte. Und vielleicht musste dieser in den

Pfosten knallen, damit die Spieler am Ende wach gerüttelt wurden und wussten, wo sie sich an diesem Nachmittag befanden. Denn das Spiel wurde nach Beganovics Reencontre mit dem Pfosten gefährlicher und auch aggressiver. Kickers erarbeitete sich nach der Einwechslung von Sandro Villiger, der für Mateo Peric kam, ein deutliches Chancenplus.

Villiger war es denn auch, der in der 68. Minute nach einem schönen seitlichen Volley knapp am Tor vorbeischoss. Fortan bemühten sich die Spieler mehr darum, ein Tor zu schiessen. Es war klar, dass jene Mannschaft, der zuerst ein Treffer gelingen würde, als Sieger vom Platz schreiten wird. Zuerst fasste sich Maurice Maumar (Moe) ein Herz; sein Gewaltschuss wurde jedoch blockiert, anschliessen scheiterte Yahia Abaidia nach einem schön getretenen Freistoss; er setzte den Ball knapp über das Tor.

Und dann kam sie. Die «Kickers-Viertelstunde». Die Ereignisse begannen sich zu überschlagen. Zuerst erhielt Maurice Maumar nach einem Tackling die zweite Gelbe Karte des Spiels. Platzverweis. Kurze Zeit später machte die Nachricht auf der Zuschauertribüne die Runde, dass Zofingen 1:2 gegen Hergiswil verloren hatte, noch bevor der Staff auf dem Feld informiert davon in Kenntnis gesetzt worden war. Zu diesem Zeitpunkt hätte Kickers faktisch mit einem Fuss in der 1. Liga gestanden. Und dann kam sie schliesslich: die 89. Minute. Die Nachricht der Niederlage von Zofingen hatte in der Zwischenzeit auch die Trainerbank erreicht – man durfte sich aber nichts anmerken lassen, weil die Spieler dann vermutlich noch nervöser geworden wären. Wie genau der Ball dann in die Mitte zu Eloy Barrios gekommen ist, der den Ball anschliessend ruhig und überlegt ins Tor schoss, kann ich an dieser Stelle leider auch nicht mehr genau sagen, weil ich keine Zeit mehr hatte in mein Notizbüchlein zu kritzeln. Und um ganz ehrlich zu sein, wer interessiert das am Ende noch?

Eine Glanztat vollbrachte nur wenige Sekunden später Leandro Nunes, in dem er in letzter Sekunde einen Heber eines Lugano-Spielers über alle Köpfe vor der Linie per Kopfball in einen Eckball klären konnte. Und dann waren sie vorbei. Die nervenauftreibenden Minuten. Kickers steigt in die 1. Liga auf. Und das ist doch alles, was momentan zählt.

Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Vono Vincenzo, Abaidia Yahia, Kistler Marco, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Peric Mateo, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues

Ersatz: Opoku Daniel, Quinido Luc, Grüter Martin, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kisungu Kevin, Fischer Philippe

Tor: 89. Eloy Barrios (FC Kickers)

Bericht: Marjana Ensmenger

zweifacher Aufstieg!

Am Samstag Abend gab es auf Tribschen einiges zu feiern!

Die 1. Mannschaft wie auch die 2. Mannschaft spielen nächstes Jahr jeweils eine Liga höher.
'sEis' gewinnt auswärts mit 1:0 gegen Lugano U21 und steigt damit 1 Runde vor Schluss (48 Punkte) vor Verfolger Zofingen (43 Punkte), in die 1. Liga auf.

Die 2. Mannschaft gewinnt gegen den Engelberger SC mit 10:2 und steigt als bester Gruppenzweiter in die 4. Liga auf.

Ein Triumphaler gab es auf Tribschen. Während die 2. Mannschaft schon in Feierlaune war, wartete man gespannt auf die 1. Mannschaft und danach fing die Party auf Tribschen erst richtig an....

 

Gratulation allen Beteiligten zum Aufstieg!


Forza Kickers!

Veni, vidi, vici – Kickers kam, sah und siegte

Matchbericht FC Kickers - AC Taverne 27.05.2017  (1:0) 3:0

Veni, vidi, vici – Kickers kam, sah und siegte 

Ja, sie glänzt die Haut. Als wäre man gerade eben erst aus der Dusche gestiegen. Schweiss rinnt die Stirn hinunter. Das T-Shirt klebt auf der Haut. Der Hals ist trocken, man streckt die Arme aus und winkt nach einer Trinkflasche. Wasser. Viel Wasser. Bitte! 

Sie waren unangenehm, diese Temperaturen und die Tessiner. Wie immer, wenn sie in die Innerschweiz reisen, aber an diesem Samstag gab es für Sie auf Tribschen nichts zu holen. Komisch, denn im Tessin ist man sich die hohen Temperaturen mehr gewohnt als in Luzern. 

In den ersten Minuten des Spiels tastete man sich gegenseitig ab. Kickers versuchte jedoch ein frühes Pressing gut zwanzig Meter vor der Mittellinie aufzuziehen und die Spieler von Taverne dadurch an einem geordneten Spielaufbau zu hindern. Besonders die linke Seite von Kickers arbeitete zu diesem Zeitpunkt äusserst konsequent, wodurch der eine oder andere Ball von einem Tessiner an einen Kickers-Spieler verloren ging. Es waren bissige und zähe Minuten zu Beginn des Spiels. Bissig präsentierten sich auch die Spieler von Kickers, was sich anhand der geführten Zweikämpfe zeigte. Viele fanden erst ein Ende, nachdem der Schiedsrichter auf Foul entschieden hatte. 

Nach zehn Minuten kam auch der AC Taverne zunehmend besser ins Spiel. Ähnliche wie Kickers zu Beginn der Partie begann man die Heimmannschaft zunehmend zu belagern und ein hohes Pressing aufzuziehen. Es war augenscheinlich, dass dieses Pressing der Heimmannschaft nicht entgegenkam und man vermehrt Ballverluste in der Vorwärtsbewegung beklagte. Auch die erste vielversprechende Chance liess lange auf sich warten, bis zur 13. Minute, als Filipe Rodrigues von einem direkten Zuspiel profitierte und auf Mateo Peric auflegte. Eben dieser vermochte die Grosschance aber nicht zu nutzen, und legte sich den Ball zu weit vor. Kurze Zeit später schepperte es an der Torquerlatte von Taverne. Und nun begannen sich die Chancen für Kickers zu häufen. Am Ursprung standen immer wieder schnelle, steile Zuspiele auf Leandro Tiago. Daneben liessen auch Maurice Maumar und Yahia Abaidia die Torgefahr von Kickers aufblitzen. Unglücklich agierte man in der 24. Minute, als Leandro Tiago ein weiteres Mal den Ball für Maurice Maumar auflegte, dieser aber am eigenen Mitspieler scheiterte, der sich beim Abschluss unglücklich dazwischenstellte. 

Für Torgefahr der Gastmannschaft sorgten, über das gesamte Spiel betrachtet, vor allem Standardsituationen. Zu oft scheiterte das Gastteam an einem Körperteil eines Spielers in den Reihen von Kickers, der sich in letzter Sekunde in den Ball werfen und somit die Aktion unterbinden konnte. Obwohl schöne Kombinationen und Ballstafetten auch auf Seiten der Tessiner beobachtet werden konnten, zu verspielt traten sie am Ende auf, um tatsächlich für Torgefahr zu sorgen. 

Dass die Emotionen nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben zu überhitzen drohten – nicht nur aufgrund der Temperaturen - zeigte sich kurz vor der Pause. Als es vor der Kickers-Spielerbank zu mehreren intensiv geführten Diskussionen zwischen Spielern, Trainern und Schiedsrichtern kam. Kurze Verschnaufpause bitte. Und dann war es wiederum eines dieser steilen Zuspiele in die Spitze von Kickers, das ein erstes Ausrufezeichen hinter den Aufstiegskampf zu setzten vermochte. Leandro Tiago wurde mustergültig von Mateo Peric bedient, blickte auf und schloss mit einem satten flachen Schuss ab: 1:0 für Kickers. 

Dieses Tor zum 1:0 schien Kickers für die zweite Halbzeit beflügelt zu haben. Man gestand dem Gegner weniger Raum zu und rückte ihm sprichwörtlich auf die Füsse. Dass die Konzentration bei 30°C kurzzeitig auch für einmal abhanden ging, zeigte sich in der 54. Minute, als Marko Brzovic ein unglücklicher Rückpass auf den Kickers-Torhüter Eldin Beganovic unterlief. Dass Beganovic aber auf dem Posten war, zeigte er, in dem er wie eine Gazelle aus dem Tor sprintet und den Ball auf die Tribüne drosch. Es waren Sekunden, die der Heimmannschaft eine kurze Verschnaufpause gewährten. Beganovic sollte die gleiche Aktion bis zur 90 Minute noch weitere drei Male wiederholen. Nur drei Minuten später war es wiederum Eldin Beganovic, der im Mittelpunkt des Geschehens stand. Nach einem Eckstoss für Taverne faustete er den Ball weg, dabei traf er noch einen Teil des Gesichts eines Tessiners. Dieser musste in den Minuten danach kurz gepflegt werden, konnte aber weiterspielen. 

Wer das Play-Station-Game Fifa kennt, sah sich in der 58. in dieses Spiel hineinversetzt. Ungläubig langte man sich an den Kopf. Zuerst war es Yahia Abadia, der abzog und am Pfosten scheiterte, der Nachschuss landete vor den Füssen von Maurice Maumar, der ebenfalls zum Schuss ansetzte, und den Pfosten auf der anderen Seite traf. Wie in einem Flipperkasten sprang der Ball von einer Metallumrandung zur nächsten. Und dann kam er: Filipe Rodrigues. Es war fast schon frech, wie er diesen Ball aus gut 20 Metern ins obere linke „Ängali“ der Tessiner schmetterte. Und es war tatsächlich ein Schmettern. Kein Schuss. Nein, ein Geschoss. Es wäre durchaus spannend gewesen, hätte man die Geschwindigkeit des Geschosses gemessen. Rodrigues war bis zu diesem Zeitpunkt immer wieder durch schnelle Angriffe über die rechte oder linke Seite positiv in Erscheinung getreten. 

In der 61. Minute eröffnete sich Kickers wiederum eine Grosschance. Nach einem Doppelpass mit Maurice Maumar stand Marco Brzovic alleine vor dem Tor von Taverne. Behielt aber keine Nerven und schoss rechts am Pfosten vorbei. Es wäre wohl das definitive Ende für die Tessiner gewesen- angesichts der hohen Temperaturen und dem 2:0-Torerückstand. 

In der Folge brachte sich Kickers selbst in Gefahr, als eine weitere Standardsituation in Form eines Eckballs fast für den 1:2-Anschlusstreffer gesorgt hätte. Beganovic klärte aber im ersten Moment mirakulös, postwendend kam der Ball aber zurück und konnte nur noch kurz vor der Linie von Sascha Kokanovic weggeschlagen werden. In dieser Phase des Spiels zeigte sich, dass die Kräfte und Konzentration langsam schwanden. Aber längst nicht bei allen. Der Torschütze zum 2:0 war es, der ein weiteres Mal auf sich aufmerksam machte und den Ball mit viel Gefühl zur Mitte brachte, wo Leandro Tiago an den Ball kam, diesen aber zu wenig placiert in die Mitte des Tores köpfelte und dadurch am Torhüter scheiterte. Eben jener Spieler war es, der den Ball kurze Zeit später mit viel Gefühl auf den Aussenverteidiger Marco Kistler spielte. Dieser liess sich nicht zwei Mal bitten und nahm den Ball volley ab und setzte das letzte Ausrufezeichen an diesem heissen Samstag Nachmitttag: 3:0 für Kickers. 

Die Verzweiflung über den Ausgang des Spiels zeigte sich am Ende bei den Tessinern dadurch, dass man mehrere Versuche unternahm, den Ball aus weiter Distanz doch noch im Tor unterzubringen. Ohne Erfolg. Mit dem Sieg gegen Taverne übernahm Kickers die Tabellenspitze. Das erste Mal steht man in dieser Saison ganz oben. Es bleibt zu hoffen, dass dies bis am Ende der Saison so bleiben wird. 


Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Peric Mateo, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues Almeida Filipe 

Ersatz: Opoku Daniel, Quinido Luc, Grüter Martin, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kisungu Kevin, Fischer Philippe

Tore : 44. Leandro Tiago Nunes (FC Kickers), 58. Filipe Rodrigues (FC Kickers), 87. Marco Kistler (FC Kickers)

Bericht: Marjana Ensmenger

 

Hier gibt es noch Video mit den Toren zum Spiel:

Tore zum Spiel

Der Aufstiegskampf ist neu lanciert

Matchbericht FC Perlen-Buchrain – FC Kickers 20.05.2017 1:3 (0:2) 

Der Aufstiegskampf ist neu lanciert

Der Kopfball landet knapp neben dem Tor und es sind nicht einmal drei Minuten gespielt. Es ist eine Ansage von Perlen-Buchrain an die Spieler von Kickers. Man möchte damit sagen: „Kampflos geben wir die drei Punkte nicht her.“ 

Es fehlten Zentimeter, um an den Ball zu kommen. Es fehlten Zentimeter, damit der Kopfball im Tor landete und am Ende waren es genau diese Zentimeter, die den Unterschied ausmachten. Zentimeterentscheide, die am Ende möglicherweise auch über den Aufstieg entscheiden. 

Zugegeben, der Start von Kickers war verhalten. Viele Zuspiele landeten in den ersten Minuten entweder in den Füssen der Perlen-Spieler, oder im Einwurf. Und so zeichnete sich bereits in den ersten Minuten ab, dass auch das Spiel in Perlen-Buchrain kein Selbstläufer werden wird. Die Heimmannschaft wusste, wie sie die Gastmannschaft in den ersten Minuten des Spiels vor eine scheinbar unlösbare Aufgabe stellen konnten. Ohne dass Kickers dem Spiel auch nur in einem Augenblick seinen Stempel hätte aufdrücken können. Gegen die taktisch gut organisierte Mannschaft fand Kickers kein Rezept. Zuspiele in die Spitze schienen die einzige Lösung zu sein, dieses Bollwerk in den ersten Minuten des Spiels zu überwinden. Dadurch gab es bis zur fünfzehnten Minute kaum Torraumszenen. Weder auf der Seite von Kickers, noch auf jener von Perlen-Buchrain. Auffallend waren vor allem die zahlreichen Offside-Positionen, die sich zu Beginn des Spiels mehrten – auch wenn wohl das eine oder andere keine Abseitsposition gewesen war. 

Es musste bereits die 22. Minute anlaufen, als Marco Kistler einen scharf getretenen Ball auf den Kopf von Kickers-Mittelfeldspieler Marko Brzovic zirkelte und Kickers zur ersten Torchance kam. Ausnahmsweise schlug dem Mittelfeldspieler in dieser Szene für einmal keine Gegenwehr entgegen. Eben dieser wuchtete den Ball aber aus durchaus gefährlicher Abschlussposition am Tor vorbei. Aber die Szene liess aufhorchen. Kickers wollte an diesem Samstag mehr - mehr als nur einen Punkt. Die Szene aus der 32. Minute ähnelte jener aus der 22. Minute von Brzovic. Wieder war es Marco Kistler, der den Ball diagnol über das halbe Feld schlug und den linken Aussenläufer Filipe erreichte, der in dieser Szene aber nicht auf der linken Seite, sondern für einmal im Zentrum an den Ball kam, diesen mit der Brust technisch perfekt verarbeitete, und dadurch zwei Gegenspieler stehen liess. Plötzlich stand Rodrigues alleine vor dem Torhüter, behielt auch in dieser Szene die Nerven, als er den Torhüter mit einer Körpertäuschung auf die falsche Seite lockte und den Ball am Ende im Tor versenkte. Der Treffer verlieh Kickers nicht nur Mut, sondern auch Sicherheit. So begann man in den folgenden Minuten jenes Spiel aufzuziehen, welches man von Kickers gewohnt ist, wenn man einmal in Führung gehen konnte. Die hohen Bälle der ersten Minuten wurden ersetzt durch schnelle, direkte und flache Zuspiele in die Füsse der Mitspieler, was Kickers alsdann Chancen eröffnete. 

Yahia Abaidia war es, der kurz vor der Pause einen solchen Angriff einleitete. Sein gefühlvoll getretener Ball auf den Kickers-Stürmer Leandro Tiago leitete das Tor zum 2:0 ein. Auf der rechten Seite erhielt Tiago den Ball und brachte diesen zur Mitte, wo er einen dankbaren Abnehmer in der Person von Sandro Villiger fand. Dieser musste das Zuspiel nur noch mit dem Fuss im Tor versenken. In den Minuten nach dem Tor ging jedoch die Konzentration teilweise abhanden, so beispielsweise in der 44. Minute, als der Kickers-Torhüter Eldin Beganovic gut aufpasste, in der Manier eines Libero aus dem Tor sprintete und in den Einwurf klärte. Die Rettungstat war gefährlicher, als man auf den ersten Blick vermutete. 

Die zweite Halbzeit begann ähnlich verhalten wie die erste. Gespielt wurde in den ersten Minuten nach der Halbzeitpause vor allem im Mittelfeld, wobei für beide Mannschaften nichts Zählbares dabei rausschaute. Bei Kickers war es vor allem der Stürmer Leandro Tiago, welcher Probleme mit dem nassen Rasen bekundete. In der 54. Minute wurde er von Marko Brzovic mustergültig angespielt, legte sich den Ball aber zu weit vor, so dass der Torhüter des Heimteams ein leichtes Spiel hatte. Nach dieser Szene hätte es gut und gerne 3:0 für das

Gastteam stehen müssen. Nur eine Minute später kam Kickers wiederum zu einer aussichtsreichen Chance und wieder resultierte am Ende kein Tor daraus. Sandro Villiger wurde angespielt, fiel aber im denkbar ungünstigsten Moment hin und verspielte dadurch eine weitere Chance, die Führung, ähnlich wie Leandro Tiago eine Minute vor ihm, auszubauen. 

Anders als in der ersten Halbzeit, eröffnete die Heimmannschaft dem Gastteam in der zweiten Halbzeit mehr Räume. Kickers konnte sie aber vorerst nicht nutzen. Oft fehlte der berühmte Schritt, um am Ende doch noch an den Ball zu gelangen. Beispielsweise in der 61. Minute, als Sandro Villiger lanciert wurde. Knappe 60 Sekunden später war es erneut Villiger, der von einem Fehlpass in der Perlen-Defensive beinahe Kapital schlagen konnte. Villiger profitierte von einem zu kurz getretenen Rückpass, lief auf den Torhüter zu, der den Winkel jedoch gekonnt verkürzen und den Ball dadurch wegschlagen konnte. Bei dieser Aktion verletzte sich Villiger am Oberschenkel und konnte nicht mehr weiterspielen. Nach dem Spiel gab es jedoch Entwarnung für den Goalgetter im FC Kickers. Er habe sich nur eine „Tomate“ am Oberschenkel zugezogen. 

Bizarr war die Szene, die schliesslich zum 2:1-Anschlusstreffer für Perlen-Buchrain führte. Luca Glatt spielte den Ball zurück zu Torhüter Eldin Beganovic, der Ball streife den Fuss eines Perlen-Spielers und Beganovic nahm den Ball korrekterweise in seine Hände. Der Schiedsrichter pfiff – Freistoss für Perlen-Buchrain rund 10 Meter vor dem Kickers-Tor. Klar, dass das Heimteam sich diese Chance nicht nahm und auf 1:2 verkürzte. Die Szene gab nicht nur Anlass zur Diskussion, sondern führte auch dazu, dass die Partie von diesem Zeitpunkt an emotionsgeladener wurde. Wer jedoch denkt, dass die Kickers-Spieler sich von diesem Fehlentscheid aus der Ruhe bringen liessen, wurde in den Minuten danach eines besseren belehrt. In der 74. Minute unterlief einem Perlen-Innenverteidiger ein Fehler, der am Ende wohl spielentscheidend gewertet werden kann. Ein langer Ball von Marco Kistler landete im Strafraum von Perlen. Leandro Tiago stand da, kam im ersten Moment aber nicht wunschgemäss an den Ball, weil sich der Verteidiger zwischen ihn und den Ball stellte. Jedoch nutzte Tiago die eigene Körpergrösse, den Ball zu ergattern und diesen in der Manier eines Stürmers dem Verteidiger abzuluchsen und am Torhüter vorbei ins Tor zu spitzeln – riesen Jubel bei Kickers. Und die Vorentscheidung. 

In den Minuten danach war es für Kickers ein leichtes, den Vorsprung über die Zeit zu bringen und so lag man sich nach dem Schlusspfiff in den Armen, mit dem Hintergedanken, einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Aufstieg realisiert zu haben. Noch grösser war die Freude, als nach dem Spiel das Spielresultat von Zofingen gegen Ascona die Runde machte. Ascona gewann gegen den direkten Konkurrenten mit 1:0 und lässt Kickers weiter vom Aufstieg in die 1. Liga hoffen. Und wer weiss, manchmal werden Träume wahr. 

Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Villiger Sandro, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues Almeida Filipe 

Ersatz: Opoku Daniel, Hermann Nils, Peric Mateo, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kameraj Arbenit, Rodrigues Borges Micael

Tore : 32. Minute Filipe Rodrigues Almeida (FC Kickers), 38. Minute Sandro Villiger (FC Kickers), 66. Minute Michael Budmiger (FC Perlen-Buchrain), 74. Leandro Tiago Nunes (FC Kickers). 

Bericht: Marjana Ensmenger

weitere 3 Punkte gegen Hergiswil

Matchbericht FC Kickers – FC Hergiswil 13.05.2017 4:2 (2:1)  

Einwurf, der Gegner verlängert auf Sandro Villiger und schon führt Kickers mit 1:0. Und das in der 4. Minute, und notabene im Derby gegen den FC Hergiswil.  

Summa summarum reichen manchmal zwanzig gute und konzentrierte Minuten, damit ein Spiel in die richtige Richtung gelenkt werden kann. Wenn dies gerade im Derby gegen den FC Hergiswil klappt, ist dies umso erfreulicher. Obwohl man am Ende gar noch um den Sieg zittern musste.  

Es schien, als würde an diesem Samstag alles für den FC Kickers laufen. Ein langer Einwurf von Joao Ricardo (Rika) landete via Gegenspieler vor den Füssen von Sandro Villiger, dieser schoss und obwohl der Hergiswil-Goalie in dieser Szene noch an den Ball kam, reichte die Abwehrbemühung nicht aus, den Ball am Tor vorbei zu lenken. Kickers führte bereits 1:0. Zwei Zeigerumdrehungen später zeigte sich ein ähnliches Bild. Wieder war es ein langer Einwurf, der für Gefahr im Strafraum von Hergiswil sorgte. Diesmal kam Leandro Tiago an den Ball, setzte sich gegen seinen Gegenspieler an der Tor-Auslinie durch und brachte den Ball in die Mitte, wo er von Manuel Maricio (Moe) nur noch mit dem Innenrist ins Tor geschoben werden musste: 2:0 für Kickers und irgendwie taten einem die Hergiswiler zu diesem Zeitpunkt fast schon Leid. Sie wurden in den ersten Minuten regelrecht vom Kickers-Express überfahren.  

Nur drei Minuten später hätte Kickers gar die Chance zur 3:0-Führung gehabt, hätte Leandro Tiago, dieses Mal von der linken Seite gefahrbringend, den Ball wie in der ersten Szene für einen Mitspieler auflegen können. Doch diesmal reagierte man in der Hergiswiler-Hintermannschaft konsequenter und mit etwas Glück, so dass der Ball den Weg Richtung Penaltypunkt nicht erreichte und stattdessen am Bein eines Hergiswilers abprallte und zurück ins Feld zu einem Hergiswil-Spieler rollte. Das 3:0 für Kickers hätte wohl die vorzeitige Entscheidung des Spiels bedeutet.  

Und so entwickelte sich das Spiel mit Ablauf der Spielzeit immer mehr zu einem Derby, welches viel hielt, was Derbys normalerweise auch versprechen. Nur wenige Minuten nach dem gescheiterten Versuch zur 3:0-Führung tauchte Hergiswil gefährlich im Strafraum von Kickers auf. Der Ball wurde aber in letzter Sekunde aus der Gefahrenzone geschlagen. In der 16. Minute agierte man weniger glücklich. Kickers brachte den Ball nicht aus der eigenen Box und kassierte, nicht unverdient für Hergiswil, den Anschlusstreffer. In dieser Szene liess nicht nur die Kommunikation zwischen den Spielern, sondern auch die zu wenig aggressiv vollzogenen Klärungsversuche zu wünschen übrig. Während des Spiels liessen die Kickers-Spieler ihre Anspannung und Nervosität durchsickern, wodurch der Gegner Aufwind erhielt. Mittels Kampfgeiste kam Hergiswil nicht nur besser ins Spiel, sondern demonstrierte auch, weshalb man sich in den letzten Spielen vom Tabellenende absetzen konnte. Die Härte in den Zweikämpfen nahm zu, oft liess man ein Bein „versehentlich“ stehen oder manchmal lupfte man das Bein gar derart hoch, dass es den Kopf des Gegenspielers traf. Ja, man schenkte sich in diesem Derby-Spiel nichts, gar nichts.  

Vermutlich waren die Spieler beider Teams am Ende der ersten Halbzeit froh darüber, heil in den Kabinen Platz zu nehmen, um dort die erlittenen Blessuren zu pflegen. Nach dem Pfiff zur zweiten Halbzeit zeigte sich der FC Kickers ähnlich dominant in seinem Auftritt, wie zu Beginn der ersten. Zwei früh erzielte Tore in der ersten Halbzeit setzten den Grundstein für den Sieg gegen den FC Hergiswil. Und obwohl genau dies in der zweiten Halbzeit ebenfalls wünschenswert gewesen wäre, glaubte wohl niemand daran, dass Kickers wie in der ersten Halbzeit, innerhalb von nur 12 Minuten alles klarmachen würde. Am Ursprung des 3:1 stand Kickers-Aussenverteidiger Marco Kistler. Ein scharf getretener Freistoss in den Strafraum von Hergiswil fand mustergültig den Kopf von Leandro Tiago und dieser köpfelte den Ball mit viel Gefühl und wuchtig ins hohe linke Eck – unhaltbar und eine Augenweide. Nur wenig später legte sich erneut Kistler den Ball zurecht, wieder landete der Ball gefährlich in der Mitte, wo Ricardo Joao auf Maurice Mauricio verlängerte, den Ball aber zu wenig placiert traf, wodurch Hergiswils-Torhüter den Ball im letzten Moment um den Pfosten lenken konnte.  

Noch immer mit dem Ziel vor Augen, das 4:1 zu erzielen, setzte sich Rodrigues Filipe in der 57. Minute auf der rechten Seite durch, behauptete sich gegen zwei Gegenspieler und konnte nur mit einem Trikot-Zieher gestoppt werden - Elfmeter für Kickers. Sascha Kokanovic lief an und versenkte den Ball placiert und scharf getreten in der linken unteren Ecke.  

Und dann geschieht, was sich bereits seit Beginn der Partie abzeichnete, Petrus öffnete seine Luken und es begann zu stürmen. Dies kam Kickers jedoch sichtlich entgegen. Vor allem nach der Pause zeigte sich die Heim-Mannschaft organisierter, ruhiger am Ball und konzentrierten in den Zweikämpfen. Vor allem die Zweikampfbilanz liess darauf schliessen, dass Kickers die 4:1-Führung nicht mehr aus den Händen geben wird. Nicht viel deutete zu diesem Zeitpunkt darauf hin, dass Hergiswil noch einmal gefährlich für Kickers werden könnte. Bis zur 75. Minute, als ein Freistoss für die Gäste resultierte. Florian Eberhard nahm Mass und knallte den Ball in die rechte obere Ecke. Ein wunderschöner Treffer für die Gäste. Dem Kickers-Torhüter Eldin Beganovic blieb in dieser Situation keine Abwehrchance. Nur vier Minuten später stand Beganovic erneut im Mittelpunkt, als er von seinen Vorderleuten im Stich gelassen wurde und in der Manier eines Handball-Torhüters sein Kasten rein hielt. Die Parade war nicht nur Weltklasse, sondern auch von evidenter Bedeutung für sein Team. Mit dem Tor zum 3:4 hätte Hergiswil wohl wieder mehr Aufwind erhalten und Kickers in den letzten Minuten erneut zittern lassen.  

In den Schlussminuten erarbeitete sich der FC Hergiswil durchaus Chancen, so kamen Florian Eberhard und Livio Kauer in der 85. und 87. Minute zu guten Tormöglichkeiten. Allesamt blieben sie am Ende ungenutzt. Aber auch der FC Kickers bekundete in den letzten Minuten Pech, als Sandro Villiger im Strafraum von Hergiswil ganz klar zu Fall gebracht wurde, der Schiedsrichter aber überraschend auf Freistoss nahe an der Strafraumgrenze entschied. Eigentlich hätte man hier auf Penalty entscheiden müssen. Am Ende der Partie zeigte sie Resultatanzeige 4:2 für das Heimteam. Angesichts der Leistung der ersten zehn Minuten der ersten und zweiten Halbzeit rettete sich Kickers die drei Punkte im Derby gegen Hergiswil, und dies wohl nicht unverdient.  

Aufstellung: Beganovic Eldin, Presas Abreu Joao Ricardo, Luca Glatt, Kokanovic Sascha, Kistler Marco, Abaidia Yahia, Brzovic Marko, Manuel Maumar Mauricio, Villiger Sandro, Nunes Coelho Leandro Tiago, Rodrigues Almeida Filipe  

Ersatz: Opoku Daniel, Hermann Nils, Fischer Philippe, Peric Mateo, Vono Vincenzo, Barrios Aneas Eloy, Kameraj Arbenit 

Trainer : Pour Hayavi Zaseh Faras (T), Teixeira Marco (AT)   

Tore : 4. Sandro Villiger (FC Kickers), 6. Manuel Maumar Mauricio (FC Kickers), 16. Silvan Sager (FC Hergiswil), 75. Florian Eberhard (FC Hergiswil), 47. Leandro Nunes Coelho Tiago (FC Kickers), 57. Sascha Kokanovic  

Bericht: Marjana Ensmenger

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